Erleuchtung ist kein Lehrgang

Hast du gewusst, dass, wenn du vom Universum auserwählt bist, einen bestimmten spirituellen Weg zu gehen oder eine spezielle Mission zu leben, dich das Universum führen wird? Man will dich an einem bestimmten Platz sehen, also sendet man dir Zeichen und Chancen. Ob du diese erkennst oder lebst, ist und bleibt deine Entscheidung.

Wenn es dein Weg ist, spirituell etwas Besonderes oder mit Erleuchtung gesegnet zu sein, wirst du nicht danach suchen müssen – es liegt regelrecht vor dir auf dem Weg. Jedoch, ob du es siehst und aufhebst oder darübersteigst oder drumherum weitergehst, weil dir das Erlangen deiner persönlichen Erleuchtung, momentan zu wenig Glanz und Auffälligkeit oder zu viel Anstrengung verspricht – dies bleibt ganz allein deine Wahl.

Leider wählen inzwischen viel zu viele den einfachen Weg

Erleuchtung

den mit Pauken & Trompeten, „lebe-liebe-lache“-Animationen und viel Pippi-Langstrumpf-Trara, mit dem man das eigene Ego überdeckt, und was sonst noch alles an Aleitungen, wie Pilze aus der Erde sprießen.

Man fällt auf Versprechungen herein wie zum Beispiel: „Erwecke deine Gabe in 7 Tagen“, „Werde zertifizierter Lichtarbeiter“, „Finde deine Bestimmung – jetzt!“
„Erleuchtung im Seminar auf einer Urlaubsinsel“
Natürlich gegen entsprechende Gebühr.

Im Grunde transportieren sie alle die gleiche Botschaft:

„Sei anders, indem du besonders bist – aber sei bitte so besonders, wie wir es dir vorleben“.

Denn eigene Besonderheit ist verpönt. Nur das, was dem esoterischen Mainstream entspricht, wird auch anerkannt.

Sei einfach und unkompliziert anders – so wie wir alle – dann bist du richtig anders.

Sei anders, lebe Erleuchtung – aber bitte nur so, wie es ins Bild passt.

Sei besonders – aber nur in der Art, wie es dir vorgelebt wird. Denn echte Eigenart ist unbequem. Und wer sich nicht in die spirituelle Uniform zwängt, wird schnell als „noch nicht so weit“ oder „ohne Erleuchtung“ abgestempelt.

Also sei bitte anders als das, was wir Mainstream nennen – aber lebe gefälligst unseren Mainstream. Dann bist du richtig, um zu uns zu gehören.

Dies nennt sich dann spirituelle Freiheit außerhalb des Mainstreams leben, aber sich dabei dem eigenen Mainstream anpassend, ohne eigene Meinung.

Wo genau ist hier die persönliche Erleuchtung zu erkennen?

Auch sollte es doch jedem klar sein, dass man nicht innerhalb „sieben Tagen“ die spirituelle Erleuchtung findet – und dass man nicht etwas, wofür andere ein ganzes Leben brauchen, innerhalb weniger Tage erlernt.

Du erlangst keine Erleuchtung , weil du auswendig lernst, was jemand irgendwann dachte, aufschrieb oder aussprach.

Du bist auch nicht besonders *erleuchtet* weil du singend und tanzend durch eine Wiese oder um einen Baum herum, hüpfst und derweil alles unter die niedertrampelst!

Erleuchtung findet im Laufe des Lebens zu dir – und ist immer gepaart mit der Liebe zum Leben und zu jedem Lebewesen. Nicht nur zu den Tieren, sondern auch zu den Menschen, den Bäumen, den Gräsern und den Lebensmitteln.

Wer seine Liebe und Gefühle nur an eines dieser Dinge gibt, ist nicht erleuchtet, sondern ausgebremst, unreflektiert – und auch egoistisch.

Ebenso klar sollte sein, dass man nicht nach ein oder zwei Seminarwochenenden in Wald und Wiese und ein paar Trommelschlägen zum Superschamanen wird oder Erleuchtung erlangt. Nein, auch nicht zum Stadt- oder Dorfschamanen. Das reicht noch nicht einmal zum Hobby-Schamanen.

Schamanismus und Erleuchtung ist ein Lebensgefühl, welches nur starke Charaktere leben können. Und Schamanismus wird dir in die Wiege gelegt. Ob du diesen Ruf annimmst oder nicht, bleibt allein deine Wahl.

Wenn du ihn annimmst, wirst du dein Leben darauf ausrichten und danach leben wollen – und zwar nicht im lauten Verband anderer „Ich will gaaaaaaanz schnell was spirituell Besonderes werden“, sondern in der Stille. Manchmal auch in der Einsamkeit. Und ganz sicher in den harten Prüfungsphasen des Menschseins – aber nicht innerhalb der Flucht in eine pastellfarbene, esoterische Glitzerwelt.

Du wirst auch nicht zum Heiler, nur weil du ein paar Symbole in die Luft zeichnen kannst oder dir einbildest zu fühlen, dass da eine Energie durch dich strömt. Die Heilenergie muss schon durch dich fließen wollen – und sie muss es auch zulassen, dass du sie fühlst.

Nur wer besonders bunt daherkommt, laut liebt und lachend tanzt und dabei tut, was er oder sie will, ist definitiv kein Heiler. Sondern eher jemand, bei dem man sich fragt, ob das Licht der Erkenntnis vielleicht noch auf dem Weg ist – aber eben noch nicht angekommen. Oder ob es jemals ankommt. Oder lieber einen großen Bogen um diese Verblendung macht.

Es reicht einfach nicht, sich einzubilden, man sei besonders – außer vielleicht besonders naiv. Es reicht auch nicht, daran zu glauben, dass man von einem fernen Himmelskörper stammt und zu den wahren Eltern auch noch galaktische Eltern hat.

Es reicht ebenso wenig, sich mit Sternensaat, Lichtarbeit oder kosmischer Liebe zu identifizieren – oder sich als besonders empathisch, friedliebend und „erwacht“ zu präsentieren. Denn all das ist keine Pose. Es ist eine Lebensart.

Es ist Charakter – kein Wollen. Es ist ein Geburtsgeschenk – kein Geburtsrecht.

Nicht jeder, der sich „erwacht“ nennt, hat sich die Welt mit offenen und wachsamen Augen angesehen. Nicht jeder, der sich so nennt, hat gelebte Erfahrung. Nicht jeder trägt Menschlichkeit und Nächstenliebe in sich. Nicht jeder kennt Augenhöhe oder lebt einen offenen Charakter.

Leider ist es viel zu oft der Fall, dass sich hinter einer lichtvollen Fassade ein dunkler Charakter verbirgt – und eine erschreckende Radikalisierung, die mit Spiritualität so viel zu tun hat wie ein Plastikbaum mit einem lebendigen Wald.

Um es nochmals zusammenzufassen:

Zum Heiler, zum Vorbild, zum Leuchtturm – der so leuchtet, wie manch einer es sich wünscht – zum Schamanen oder zu einem Menschen, der energetisch wirkt, wird man nicht einfach auf dem leichten Weg.

Wenn dir diese Gaben nicht in die Wiege gelegt wurden, kannst du sie weder für Geld der Welt noch in irgendeiner Gemeinschaft erlernen oder übertragen bekommen.

Und wurden dir diese Gaben mitgegeben, dann wird das Universum Wege finden, dich zu deiner Bestimmung zu führen. Aber so, dass es immer deine Wahl bleibt. Ob du diesen Weg annimmst – der mitunter sehr schwer und seelisch belastend sein kann – liegt ganz bei dir.

© Erika Flickinger


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