Avalons Vermächtnis – Meine Erfahrung mit dem Kartendeck

Ich habe mir dieses Kartendeck zugelegt, obwohl ich keine Deutungsaufdrucke auf den Karten mag, weil mir die Illustrationen gefallen haben.

Die Farben haben mich angesprochen und die Stimmungen, welche die Bilder vermitteln.

Wie immer, versuche ich aufgedruckte Texte komplett außer Acht zu lassen, sie einfach auszublenden. Auch ein beiliegendes Booklet, interessiert mich nicht.

 

Ich bin der Meinung, die Karten müssen mich ansprechen, um dann zu beweisen, ob sie mit mir sprechen.

Meistens funktioniert dies auch sehr gut für mich und ich nutzen die Karten dann nach meinen Inputs dazu. Nicht so dieses Kartendeck hier.

Ich habe mich beim Kauf jedoch auch ein wenig von den keltischen Symbolen verführen lassen 🙂

Avalon hat mich zudem schon immer begeistert.

Nun zu dem Karten und wie ich darüber denke.

Als Erstes störte mich wirklich das Format der Karten.

Dies wird einem erst bewusst, wenn man die Karten mischt.

Ich gehöre nicht zu dem Kartenleger/innen, die Karten „springen“ lassen.

Bei mir haben herausfallende Karten auch keine gesonderte Bedeutung.

Hierauf achte ich erst, wenn die gleiche Karte zwei Mal oder öfter beim Mischen herausfällt.

Dann schaue ich mir an, wo Sie im ausgelegten Blatt liegt.

Die Karten lassen sich im Grunde nur gut mischen, wenn man sie der Länge nach in der Hand hält. Dafür braucht es große Hände, die ich auch habe, aber hier habe ich Probleme damit. Ich mag es nicht die Karten hochkant zu mischen, wieso weiß ich nicht, es ist einfach so.

Ich bin es gewohnt, die Karten mit der breiten Seite zu halten und mischen.

Dies ist aber nur eine persönliche Vorliebe von mir.

Die Illustrationen an sich haben eine starke Aussagekraft und nun kommt mein großes Aber.

Natürlich kann ich die aufgedruckten Worte nicht ausblenden, sie stehen nun einmal in sehr sichtbarer und einprägsamer Farbe auf jeder Karte.

Die Aussagen sind so gedruckt und in den Farben mit dem Untergrund verbunden, dass man sie nicht übersehen kann.

Mich irritiert dies und nimmt mir tatsächlich die Freude an der Karte selbst.

Keine Karte in diesem Deck hat eine negative, angespannte oder warnende Aussage.

Alle, durchgehend alle Karten sind positiv belegt.

Als traditionelle Kartenlegerin habe ich damit tatsächlich meine Probleme.

Meine Aussagen und Analysen beziehen sich auf das wirkliche Leben, nicht auf einen Traum, auf Wunschdenken, oder auf Schönreden.

Und genau dies tun diese Karten.

Ein Kartendeck, welches noch nicht einmal Warnkarten hat, oder irgendwie auch die nicht so schönen Seiten und Aspekte des Lebens anspricht, ist für mich persönlich nicht geeignet, um Karten zu legen und sinnvolle Aussagen zu machen.

Dies hier ist ein typisches Deck, für Menschen, die nur positives hören, sehen und leben möchten.

Ziehe eine Karte, egal zu welcher Art Frage und Du wirst nur positive Aussagen oder eben Affirmationen auf der Karte und im Booklet  finden.

Ja, es gibt in dem Booklet auch Tipps, Ratschläge etc. diese sind mir jedoch alle zu weltfern.

Es gibt nur Affirmationen, die positiv sind, nur Stichworte, Ratschläge die das Schöne und Leichte spiegeln.

Nun ist aber das Leben nicht nur schön und leicht, und es kommen auch Ratsuchende zu einem, die tatsächliche und schwerwiegende Probleme haben.

Es ist ein Kartendeck, um sich amüsant die Zeit zu vertreiben, aber nicht um ernsthaft Rat zu geben.

Es ist ein Deck, dass Regenbogenzauberfarben in die Welt schickt, aber keine wahren Farben des Lebens, geschweige denn die Schatten erkennt.

Ich persönlich empfehle es daher nur, wenn Du dir im netten Kreis ein paar Positive Affirmationen mit auf auf den Weg geben möchtest, aber ins reale Leben passen diese Karten nicht. Für ernsthafte Kartenleger taugen sie nur, wenn man fähig ist, den Aufdruck zu übersehen und sich auf seine eigenen intuitiven Eingebungen die Karten bezüglich zu konzentrieren.

Ich als alter Hase (ÄHM Häsin) habe damit tatsächlich meine Probleme und es würde mich permanent von einer fließenden Beratung abhalten.

Fazit.

Schöne Karten für gesellige Runden und Berater, die nur positives mitteilen möchten, oder die auf die Hinweise auf Karten angewiesen sind und sich an den schönen Bildern erfreuen.

Jedoch keine Karten für ernsthafte, reibungslose Beratungen ohne Krüken (schriftlicher Ersthinweis).

Auch haben viele (zumindest() der keltischen Symbole keinerlei Bezug zu den vorgegebenen Aussagen auf den Karten. Auch ist die Farbsymbolik mitunter nicht so ganz passend.

Beispiele:

Vereinigung

Der weiße Hirsch trägt auf der Karte die Botschaft „Du hast alles in dir, um geliebt zu werden.“

Der weiße Hirsch hat im keltischen Glauben einen starken Bezug, zum Übergang in die Anderswelt.

Mir persönlich ist hier die Verbindung zu der Aussage „Du hast alles in dir um geliebt zu werden“ schleierhaft.

 

 „Mantel der Kraft“ wird beherrscht von dem Zeichen Vegvisir, welches, vereinfacht ausgedrückt, helfen soll, den eigenen Weg zu finden und ihn auch zu gehen, auch soll das Zeichen davor schützen, sich auf Reisen zu verirren, jedoch auch, um den Weg durch Unbekanntes zu finden und sich nicht zu verlaufen.

Auch hier tue ich mir sehr schwer, den Zusammenhang zu „Hole dir deine Kraft zurück“ zu erkennen.

 

Mag sein ich bin zu penibel, aber, ich beschäftige mich schon lange, intensinv und ernsthaft, also nicht nur oberflächlich, mit Runen, keltischen und auch sehr vielen anderen Zeichen und Symbolen, und finde die korrekte Anwendung wichtig.

Auch höre ich gerade die Stimme einer gewissen Dame in den Ohren, die meint „Erika Du willst immer alles besser wissen und wiedersprichst allem.“

Ich sehe es so nicht. Ich möchte nichts besser wissen, sondern gebe es so weiter, wie ich es für mich persönlich gelernt, erfahren und erlebt habe. Wobei hier das „erfahren“ und „erlebt“ im Vordergrund steht.

Ich schreibe und rede nicht über „alles“ sondern nur über Dinge, mit denen ich mich in all meinen Lebensjahren tiefgehend beschäftigt habe.

Zu dieser Aussage passt die obige Karte übrigens hervorragend, den eigenen Weg gehen und sich nicht beirren lassen, wie man zu seinem persönlichen Ziel gelangt.

 „Glückseeligkeit und Frieden“ – Lasse belastende Energien los – Hier findet sich genau im Mittelpunkt der Karte das Symbol Triquetra, auch Trinity oder keltischer Dreiheitsknoten genannt. Er stellt die Dreifaltigkeit dar.

Auch wurde dieses Symbol gerne bei den Christen verwendet, der Ursprung der Triquetra ist tatsächlich unbekannt und lässt sich mindestens 5000 Jahre zurückverfolgen.

Ich kann und will hier nicht zu tief auf die Symbolik eingehen, sondern werde dies zu einem späteren Zeitpunkt in einem gesonderten Beitrag tun.

Auf jeden Fall stellt sich mir die Frage, wieso dieses Symbol zusammen mit der Triskele, dem Hasen und der Taube, die Bedeutung „Lasse belastende Energien los“ ergibt.

Auch im Booklet findet sich nicht einmal andeutungsweise die ursprüngliche Bedeutung dieses Zeichens wieder.

Es ist schwierig für jemanden, der die Symbole kennt und dann sieht, was auf den Karten aufgedruckt ist sich ernsthaft mit diesen Karten zu beschäftigen.

Ich habe das Gefühl, hier wurden einfach alte Zeichen, Symbole, Runen etc., die zum Teil den Kelten entspringen, oder dort besondere Bedeutung hatten, zusammengetragen ein paar hübsche Farben und Gestalten dazu gezeichnet, dem ganzen ein mystischer Hauch verliehen- und als verkaufsträchtiges Kartendeck, auf den Markt gebracht.

Denn wer kennt nicht die Geschichte des geheimnisvollen AVALON und die Ultraromatische und tragische Liebesgeschichte von Guineveres und Lancelots. Und wer kennt nicht die Anziehungskraft all dessen.

Für mich ist es einmal mehr, eines der neuen Decks, die nur gefertigt werden um sie gut zu verkaufen.

Schön zum Anschauen, unbrauchbar für seriöse Kartenlegungen.

Ein hübsches Sammlerobjekt sehr gut, und hervorragend geeignet nur positives in die Welt zu geben.

Nur leider besteht ein normales Leben nicht nur aus den positiven Aspekten.

In dem Sinne werde ich mich weiterhin an den Bildern, dieses Kartendecks erfreuen, sie aber definitiv nicht für berufliche Legungen nutzen. Und nein, auch nicht für Persönliche.

Ich schaffe es bei diesen Karten einfach nicht, die Widersprüche von aufgedruckter Bedeutung und den zum Teil uralten Symbolen zu übersehen. Für mich müssen, Symbole, Farben und Aussagen einer Karte einfach harmonieren und zusammenpassen.

Wer eher spielerisch mit Karten umgehen und sich nicht tiefer mit der Materie der Kartomantie beschäftigen möchte, ist gut bedient mit diesen Karten.

Es sind schöne Karten, die von einem Märchen und von Sagen, geheimnisvollen Orten, unglücklicher Liebe und hineingemischten Symbolen und von viel Lebe, Liebe, Lache und sei immer positiv, berichten.

Vergleichbar mit aussagekräftigen Kartendecks, wie den Lenormand, den Zigeuner, Kipper, Tarotkarten und Ähnlichen, sind diese Karten auf keinen Fall, weder im Aussehen noch in der Symbolik noch in der Kraft von brauchbaren Aussagen.

Wer ein Kartendeck sucht, um berufliche ernsthafte und hilfreiche Legungen zu zelebrieren, der sollte diese Karten vermeiden.

© Erika Flickinger

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